Um die vielfältigen Rollen in einem Einsatz besetzen zu können, verfügen die meisten Kameraden über eine oder mehrere zusätzliche Aus- oder Fortbildungen, diese sind in die folgenden Fachbereiche aufgeteilt. Um ein ständig hohes Niveau halten zu können sind hier regelmäßige Übungen essentiell. Für die Organisation und Planung der Übungen sowie zur Überwachung der Einsatzbereitschaft der Kameraden in den Fachbereichen sind die jeweiligen Fachbereichsleiter zuständig.
Maschinisten
Fachbereichsleitung Johannes Orthuber

Das Führen unserer Einsatzfahrzeuge und das Bedienen der Pumpen und Aggregate sind die Hauptaufgaben unserer Maschinisten. Die Feuerwehr Schwangau verfügt über mehrere Löschfahrzeuge, welche von ausgebildeten Maschinisten geführt werden.
Um den Umgang mit den Pumpen und anderen Geräten bestmöglich zu beherrschen, benötigen sie eine gesonderte Ausbildung, diese umfasst ca. 28 Stunden. In dieser Ausbildung werden unter anderem die Bedienung der Feuerlöschkreiselpumpe, die Wasserversorgung sowie der Betrieb fahrzeugeigener Aggregate vermittelt. Alle unsere Fahrzeuge sind über 3,5 Tonnen, daher benötigen sie meistens einen Führerschein der Klasse C. Eine Ausnahme bietet hier der sogenannte Feuerwehrführerschein. Dieser kann feuerwehrintern erworben werden und ermöglicht es, Einsatzfahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen im Einsatzfall zu lenken. Genauso wie der Fachbereich Atemschutz üben die Maschinisten regelmäßig, was für eine sichere und routinierte Handhabung im Einsatzfall sorgt.
Fachbereichsleitung Johann Stöger

Atemschutz
Leiter des Atemschutzes Julian Ackermann

Regelmäßig treffen unsere Einsatzkräfte bei Einsätzen auf Atemgifte und gefährliche Substanzen, beispielsweise giftige Rauchgase bei Bränden oder chemische Substanzen bei Gefahrguteinsätzen. Um sich vor ihnen zu schützen kann die Feuerwehr Schwangau auf zwölf Pressluftatmer mit Zubehör der Firma Dräger zurückgreifen.
Auf jedem unserer Löschfahrzeuge sind vier Atemschutzgeräte verlastet, diese werden immer durch zwei Trupps besetzt und können teilweise bereits während der Fahrt angelegt werden.
Die Arbeit unter Atemschutz ist teils körperlich sehr anspruchsvoll und gefährlich, somit wird zum Tragen und Verwenden der Atemschutzgeräte eine spezielle Ausbildung und körperliche Fitness benötigt.
Die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger kann bei einem Lehrgang der Kreisbrandinspektion Ostallgäu abgeschlossen werden und umfasst ca. 36 Ausbildungsstunden, hier werden die Grundlagen im Atemschutzeinsatz vermittelt.
Um aber dauerhaft atemschutztauglich zu sein, muss jeder aktive Geräteträger jährlich eine Belastungsübung, eine theoretische Unterweisung und eine realitätsnahe Einsatzübung oder Realeinsatz vorweisen. Ebenfalls muss jeder alle drei Jahre eine Eignungsuntersuchung bei einem Arzt ablegen.
Die Kontrolle dieser Vorgaben unterliegt dem Leiter des Atemschutzes. Des Weiteren führt dieser jährlich mehrere Übungen gesondert für den Fachbereich Atemschutz durch, um das Ausbildungsniveau dauerhaft zu gewährleisten.
Führungstrupp
Fachbereichsleitung Franziska Helmer

Um bei größeren Einsatzlagen mit mehreren Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen den Überblick zu behalten, ist eine konsequente Dokumentation zwingend notwendig. Hierfür und für die Koordinierung von Kräften mittels Sprechfunk gibt es zur Unterstützung des Einsatzleiters den sogenannten Führungstrupp.
Zum Führungstrupp gehören speziell ausgebildete Führungsgehilfen, welche einen Lehrgang der Kreisbrandinspektion Ostallgäu besucht haben. Diese landkreisweite einheitliche Ausbildung umfasst ca. 10 Stunden und sorgt für eine reibungslose Zusammenarbeit unterschiedlicher Führungstrupps an der Einsatzstelle.
Im Einsatzfall besetzt der Schwangauer Führungstrupp den Einsatzleitwagen 1. Die Besatzung besteht dabei aus mindestens vier Führungsgehilfen. Der Einsatzleitwagen führt einen PC mit zwei Monitoren sowie einen Laptop zur digitalen Dokumentation mit, als Rückfallebene ebenfalls Papierunterlagen.
Des Weiteren befindet sich die Einsatzleit- und Lagedarstellungssoftware EDP auf PC und Laptop. Außerdem steht ein Lardis Funkbediensystem zur Kommunikationsabwicklung zur Verfügung.
Zu überörtlichen Einsätzen können wir mit Führungstrupp und Einsatzleitwagen in unsere Nachbargemeinde Halblech oder zur Unterstützung des Führungstrupps aus Füssen alarmiert werden.
Aufgaben eines Führungstrupps:
- Unterstützung des örtlich zuständigen Einsatzleiters wenn nötig
- Kennzeichnung des Standortes der Einsatzleitung
- Übernahme der Kommunikation für den Einsatzleiter
- Führen einer Lagekarte
- Führen des Einsatztagebuchs
- Führen einer Einsatzkräfteübersicht
Mehrzweckboot
Fachbereichsleitung Michael Hahn

Seit 2023 verfügt die Feuerwehr Schwangau erstmals über ein Mehrzweckboot und erweiterte somit den Kompetenzbereich erheblich.
Schon während der Beschaffung wurde begonnen, Kameraden an der staatlichen Feuerwehrschule Würzburg zu Bootführern ausbilden zu lassen. In vier Lehrgangstagen wird das sichere Steuern von Feuerwehrbooten, das Erkennen von Gefahren und das Führen der Bootsbesatzung vermittelt.
In den Sommermonaten üben unsere Bootführer regelmäßig auf den umliegenden Seen im Einsatzgebiet der Feuerwehr Schwangau.
Fachbereichsleitung Tobias Schweiger

Absturzsicherung
Fachbereichsleitung Peter Jung

Für die Arbeit im absturzgefährdeten Bereich und zur Sicherung von gefährdeten Personen kann die Feuerwehr Schwangau auf zwei Gerätesätze Absturzsicherung zurückgreifen. Zu finden sind diese auf dem Tanklöschfahrzeug und dem Hilfeleistungslöschfahrzeug. Beispielsweise können so, vor einem Absturz gesichert, lose Dachteile nach einem Unwetter entfernt oder auch Nachlöscharbeiten auf Dächern durchgeführt werden. Gearbeitet wird hier immer im Dreiertrupp. Zum einen gibt es den gesicherten Vorsteiger, der sich im absturzgefährdeten Bereich aufhält. Dieser wird von einem Kameraden an einem Anschlagpunkt gesichert, welcher gleichzeitig die Seillänge kontrolliert. Für einen reibungslosen Ein- und Auslauf des Seils sorgt der sogenannte Seilmanager.
Ein Gerätesatz Absturzsicherung ist in einem Rucksack verstaut und besteht aus Kletterhelmen, Sicherungsgurt, Kerndynamikseil, Bandschlingen und Karabinern. Regelmäßig wird dieser durch einen Fachkundigen auf Vollständigkeit und Unversehrtheit geprüft.
Um Arbeiten im absturzgefährdeten Bereich mit dem Gerätesatz Absturzsicherung durchzuführen, muss ein ca. 15 Ausbildungsstunden umfassender Lehrgang besucht werden. Mindestens einmal im Jahr üben unsere Kameraden mit der Ausbildung Absturzsicherung, zum Beispiel auf Dächern oder Baukränen.
Ein weiteres mögliches Einsatzszenario ist die Brandbekämpfung bei Vegetationsbränden im Gebirge. Hier kann die Feuerwehr auf speziell hierfür entwickelte Gerätesätze der Bergwacht Bayern zurückgreifen. Im Einsatzfall wird ein Feuerwehrkamerad durch einen Bergretter gesichert und kann so geschützt Löscharbeiten durchführen. Das Leitmotto lautet hier: „Die Feuerwehr löscht, die Bergwacht sichert“. Dafür ist ein enges organisationsübergreifendes Arbeiten notwendig, welches wir durch gelegentliche Übungen mit der Bergwacht Füssen erreichen.

